Ich wähle Joachim Gauck

Beate Müller-Gemmeke spricht sich in einer Erklärung für die Wahl von Joachim Gauck zum Bundespräsidenten aus. Er verkörpert die Bürgerinnen und Bürger und ist kein parteipolitischer Kandidat.

 

Am kommenden Mittwoch bin ich das erste Mal Teil einer Bundesversammlung und ich werde Joachim Gauck wählen. Mit dem ehemaligen Chef der Bundesbehörde für Stasi-Unterlagen stellen wir einen Kandidaten, der eben nicht nur eine politische Laufbahn hinter sich gebracht hat sondern auch ein ereignisreiches Leben. Joachim Gauck ist als Theologe und Bürgerrechtler ein Mensch, der die Demokratie kennt, lebt und schätzt. Durch sein Leben in der DDR hat er gelernt Widerstand zu leisten und sich negativen Entwicklungen zu stellen. Daher ist er auch aufgrund seiner großen Lebenserfahrung die richtige Person für das Amt des Bundespräsidenten. Durch die Tatsache, dass er selbst aus nicht einfachen Verhältnissen stammt, kann er die Stimme aller Bürgerinnen und Bürger in diesem Land verständnisvoll vertreten, sich gerade im sozialpolitischen Bereich einsetzen, die Schwächeren der Gesellschaft unterstützen und Unrecht benennen.

 

Ich kann nicht verstehen, dass sich die Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten Gauck eingelassen hat. Obwohl sie selbst mit Joachim Gauck befreundet ist, ihn schätzt und seinen Inhalten folgen kann, steht für sie Parteipolitik im Mittelpunkt. Merkel hat sich für einen Kandidaten aus den eigenen Reihen entschieden – der Bundespräsident soll als verlängerte Regierungsbank dienen. Ich kritisiere, dass der Zusammenhalt der Koalition auch bei der Wahl des Bundespräsidenten im Mittelpunkt steht – die Chance für ein gemeinsames Zeichen wurde nicht genutzt.

 

Daher appelliere ich an alle Wahlmänner und Wahlfrauen von CDU/CSU und FDP, aber auch an die der Linken, am 30. Juni eine Persönlichkeit zu unterstützen, die fernab von Parteiproporz steht, eigene Meinungen vertritt und die Bevölkerung repräsentiert. Lassen Sie uns ein gemeinsames Zeichen setzen – wir brauchen gerade in Krisenzeiten das Amt des Bundespräsidenten als moralische Instanz.

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