Kommentar: Bundesregierung schwächt den Ökolandbau

Mit Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein hat das nichts zu tun: Im Rahmen der Haushaltsverhandlungen hat die schwarz-gelbe Koalition die Gelder zur Förderung des Ökolandbaus gekürzt. Dabei haben sie sich wieder einem Trick bedient. Statt die kompletten Gelder zu streichen - wie sie es vor einem Jahr noch ankündigten - haben sie den Fördertopf nun auch für die konventionelle Landwirtschaft geöffnet.

 

Mit einer Erweiterung der Zweckbestimmung des Bundesprogramms Ökolandbau auch für andere „nachhaltige“ Landwirtschaftsformen gehen den echten Öko-Landwirten Fördermittel verloren. Das hat der Haushaltsausschuss in seiner Bereinigungssitzung überraschend beschlossen. Im Klartext heißt das, dass sich die 16 Millionen Euro Fördergelder nun der Ökolandbau mit konventionellen - Agrogentechnik – Bauern teilen müssen. Damit schwächt die Bundesregierung eine nachhaltige und zukunftsfähige Anbaumethode. Die gesellschaftlichen Leistungen des ökologischen Landbaus im Klima-, Umwelt- und Naturschutz aber auch bei der Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum sind in unzähligen Studien und Untersuchungen belegt – aber Union und FDP ignorieren diese Fakten aus ideologischen Gründen. 16 Millionen Euro umfasst das Bundesprogramm Ökolandbau. Das ist zu wenig, um den Forschungsaufgaben in diesem Bereich gerecht zu werden. Darum hat die grüne Bundestagsfraktion eine Aufstockung des Haushaltstitels um 4 Millionen Euro beantragt. Das zeigt einmal mehr, dass die Koalition die Agrogentechnik fördert statt den Ökolandbau. Lobbyinteressen zählen wieder einmal mehr als der Verbraucherwille.

 

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