Kleine Anfrage: Die Kopfpauschale ist unsozial

Die Kleine Anfrage der Grünen zeigt, die Kopfpauschale ist unsozial und nicht finanzierbar. 22 bis 35 Milliarden Euro, das ist der Betrag, den die Steuerzahler aufbringen müssten, um den von schwarz-gelb geplanten Sozialausgleich bei der Kopfpauschale zu finanzieren. Das ergab die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion. Was als sozial verkauft wird, entpuppt sich als teure Mogelpackung: ein Drittel der Steuerzahler, die einen Sozialausgleich bräuchten, müssten diesen teilweise selbst finanzieren. Und das trifft gerade die schwachen Einkommensgruppen. Somit geht der schwarz-gelbe Kahlschlag weiter.

 

Biggi Bender, gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen: Kommentierung der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Gestaltung des von der Koalition geplanten steuerfinanzierten Sozialausgleichs für Krankenversicherungsbeiträge und dessen soziale Auswirkungen“

 

Der von der Koalition geplante steuerfinanzierte Sozialausgleich ist illusorisch. Die Koalition verspricht Luftschlösser, die bei der nüchternen Betrachtung der Zahlen in sich zusammenbrechen. Statt versprochener Steuersenkungen sind massive Steuererhöhungen notwendig. Gerecht im Sinne des Versprechens der Koalition „Starke Schultern sollen mehr tragen als schwache“ wäre ein Sozialausgleich im Steuersystem nur, wenn die Einkommensteuer für hohe Einkommen erhöht würde. Dafür wären Spitzensteuersätze von 73 % bis 100 % notwendig. In allen anderen Fällen würden etwa ein Drittel der Steuerpflichtigen, die auf den Sozialausgleich angewiesen sind, diesen teilweise selbst finanzieren. Damit würden gerade sie die die Krankenversicherung deutlich teurer – statt bisher 7,9 % müssten sie eine Gesamtbelastung von 10,9 % bis 12,9 % tragen. Schwache Schultern hätten dann mehr zu tragen als starke - dies ist ungerecht und unsozial.

 

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